Malerei Gabriela Thur

Texte

Kulturring in Berlin e.V. Bildungswerk

Berlin, 2010

Im Berliner Kulturkalender haben sich seit einigen Jahren die „Langen Nächte“ des Kulturring in Berlin e. V. und des Kulturamts in Lichtenberg etabliert.

Erstmalig ist es in diesem Jahr gelungen, unter aktiver Einbindung von sieben Lichtenberger Kirchen eine „ökumenische Kunsttour“ vorzubereiten und mit gutem Erfolg durchzuführen.

Unter dem Moses Spruch „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von allem was aus dem Munde des Herrn geht.“ (5. Mose 8,3) stellen die sieben teilnehmenden Kirchen,

die Kirche zu Wartenberg, die Alte Pfarrkirche am Loeperplatz, die St. Mauritiuskirche am S- und U – Bahnhof Frankfurter Allee, die Koptisch Orthodoxe Kirche am Roedeliusplatz, die Kapelle im Königin Elisabeth Krankenhaus Herzberge, die Dorfkirche Friedrichsfelde und die Russisch Orthodoxe Kirche in Karlshorst

nicht nur ihre eigene Kirchenarchitektur und die über Jahrhunderte gestalteten Kunstwerke vor, sondern sie präsentieren in ihren altehrwürdigen, sakralen Kirchenbauten auch neuzeitliche Gegenwartskunst.

Unter dem Titel „ANKOMMEN“ stellt die Malerin GABRIELA THUR in der Dorfkirche Friedrichsfelde eine Auswahl ihrer emotionalen Bilder aus. „Ihre Bilder“, schreibt May Winter im REIKI MAGAZIN 2/08, „sind für GABRIELA THUR etwas Unerklärliches. Sie kommen zu ihr, aus ihr heraus, doch nicht aus dem Kopf. Eine Wahrnehmung bringt etwas in ihr zum Schwingen, verwandelt sich und will als Bild nach Draußen“.

In den Bildern von GABRIELA THUR steht das Fließen von/der Farben gegenüber klaren Strukturen. Dabei bilden die Grundfarben Rot, Blau und Gelb oft eine immer wiederkehrende Rolle als eine Art „gesetzten“ Ausgangspunkt oder Beginn. Oder sie beschränkt sich bei der Darstellung eines Themas auf ein Minimum einer Farbauswahl, ähnlich wie bei Schwarz/Weiß, um Raum zu geben. Klare Formen, teils symbolhaften Charakters, konzentrieren ein Thema, das dem Betrachter sich auf verschiedene Art und Weise zeigt, intellektuell, emphatisch, emotional. Ihre Bilder einzuordnen, ist nicht ganz einfach. Sie berühren, geben Anlass zum Hinschauen, Nachdenken, zum still werden. Es gibt Menschen, die sehen spontan etwas „Anthroposophisches“ oder „Spirituelles“ darin. Ich meine, sie werden beidem gerecht…und darüber hinaus….und letztendlich bleibt es im Auge des Betrachters.

Wenn man die Bilder in der ruhigen, beschaulichen Kirchenatmosphäre auf sich wirken lässt, hat man den Eindruck, dass Frau THUR diese 15 Gemälde ausschließlich für diese Kirche gemalt hat. Sie passen einfach und sie bereichern ungemein diese schöne, schlichte Dorfkirche. Insbesondere das Bild, welches man als „Die Taube des Heiligen Geistes“ titulieren könnte, welches sie auch ausgerechnet im Altarraum aufgehangen hat, passt vortrefflich dorthin und in die bevorstehende Pfingstzeit.

Je länger man die Bilder in der Ruhe der Kirche auf sich wirken lässt, sie verinnerlicht, umso bewegter wird man.

Pfarrer Martin Kind, der die Vernissage mit netten, freundlichen Worten eröffnete, würdigte ausdrücklich die Arbeiten von Frau Thur und schätzte sich glücklich, dass die Dorfkirche das große Glück hat, die 3. Lange Nacht der Bilder in Lichtenberg mit dieser schönen Ausstellung starten zu können.

Kulturring in Berlin e. V.

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Doz. Dr. habil. Werner Baumgart